Wissenswertes über Tee und Teekulturen

Grundlagen des Tees und Vergleich bekannter Teezeremonien

Die ganze internationale Wahrheit über Teetrinker, deren Zeremonien und Tee in seiner wertvollsten Form.

Am Tee scheiden sich die Geister, so könnte man meinen. Während der Japaner bei seiner Teezeremonie leicht mit einem Yoga-praktizierenden Mönch verwechselt werden könnte, droht der fünfzehnte Aufguss des Chinesen fälschlicherweise als „geizig“ verstanden zu werden. Der Engländer sieht den Tee eher als eine Art Verdünner für Milch und hier zu Lande ist das edle Gebräu wohl mehr etwas für Krankheitsfälle und bevor man sich versieht heißt die erste Wahl: Kaffee.

Teezeremonie in Japan

Ganz anders verhält es sich, wie gesagt, in Japan, einem Land, das Teetrinken wiederum erst vor 4000 Jahren von den Chinesen gelernt hat. In Japan entwickelte sich aus der schlichten Zubereitung des Tees eine Zeremonie, die der Philosophie des Zen nahe steht. Und es bedeutet mit Sicherheit ein unvergessliches Erlebnis, einer authentischen Teezeremonie beizuwohnen. Für die Menschen in China symbolisieren die einzelnen, geschätzten Aufgüsse, Zeichen einer langen Freundschaft. Hier ist es von jeher üblich, den ersten Aufguss nicht zu trinken, da dieser nur dazu dient, die Blätter zu öffnen und die erste Bitterkeit zu nehmen. Erst alle weiteren Aufgüsse, von denen jeder weitere circa 10 Sekunden länger zieht als der voherige, werden serviert - das können bei erlesenem Tee schon mal gut und gerne 15 sein. Und geschätzt wird hierfür vor allem der Oolong-Tee, eine Zwischenstufe aus grünem und schwarzem Tee, der nur zur Hälfte fermentiert ist.

Doch nun zu England. Während im deutschsprachigen Raum noch die Heilwirkung des Tees gepriesen wird, der dank seiner antioxidativen Wirkung freie Radikale bekämpft, genießt der Engländer seinen Tee, am liebsten halbstündlich, mit reichlich Milch und Zucker. Laut den Fraunhoferschen Forschern, zerstöre die Milch nahezu das gesamte antioxidative Potenzial, heißt es und das, egal ob man den Tee um 5 o’ clock trinkt oder um 12. Aber - es lebe der kulturelle Unterschied.

Wie unterscheidet sich Tee von Tee?

Weil es scheinbar endlos viele Variationen von Tee gibt, sei hiermit versucht ein wenig Orientierungshilfe zu geben: Tee durchläuft eine aufwändige Prozedur, eh er hübsch verpackt im Einkaufskorb landet. In mehreren zum Teil händischen Verfahren wird er gerollt, getrocknet und gesiebt, und was am Ende jeweils rauskommt, wird mittels Abkürzungen deklariert. „SFTGFOP“ steht für „Special Fine Tippy Golden Flowery Orange Pekoe“,Diese höchste Blattsortierung zeichnet sich aus durch einen besonders hohen Anteil an „tips“ (Special Fine Tippy), die goldbraunen, ungebrochenen Blätter (Golden Flowery Orange Pekoe) und den Top Blattgrad 1, der für höchste Blatt- und Verarbeitungsqualität steht. First Flush ist die Bezeichnung für die erste Teeernte im Frühjahr und ein Höhepunkt für jeden Teekenner. Gilt Schwarztee aus Darjeeling der an den südlichen Ausläufern des Himalaya-Gebirges gedeiht, als der feinste und edelste Tee, so ist First Flush Tee wohl der berühmteste unter den edlen Darjeeling Tees. „Assam“ kennzeichnet das größte zusammenhängende Anbaugebiet im Nord-Osten Indiens, „Ceylon“ ist die alte Bezeichnung für Sri Lanka, von wo dieser Tee auch heute noch kommt und Keemun- und Yunnan-Tees stammen aus China.

Weißer Tee

Weil die Härchen auf der Blattoberfläche silbrig-weiß glänzen, gilt er als „weiß“. Für weißen Tee eignen sich nur wenige Teesorten. Es werden nur ganz junge Triebe verwendet, die sofort und ganz getrocknet werden, wodurch es zu fast keiner Fermentation kommt.

Grüner Tee

Ein minimaler Grad der Fermentation ist hier gewünscht. Traditionell wird der Tee nach der Ernte in einer Eisenpfanne über dem Feuer gewelkt und dann getrocknet.

Grüner Tee sollte, genau wie Weißer Tee, nicht mit siedendem Wasser zubereitet werden. Je nach Sorte empfiehlt sich eine Temperatur von 70°-80° C.

Schwarzer Tee

Hier wird die Fermentation nicht durch frühes Erhitzen unterbunden, weshalb der Pflanzensaft fast vollständig mit Sauerstoff oxidiert. Daher bekommt der Tee seine typische Farbe und unterscheidet sich geschmacklich deutlich.

Je mehr man sich mit dem Thema Tee beschäftigt und so manches Tässchen der enormen Vielfalt verkostet, desto besser versteht man warum Tee und die Teezeremonie in vielen Kulturen derartige Bedeutung beigemessen wird. Tee erfordert Hingabe, Wissen, Genauigkeit und Aufmerksamkeit. Ähnlich wie ein Glas herausragender Wein kann er zum echten Highlight eines Tages werden. Sicher, vom Neuling bis zum Teekenner, beschreibt einen langen Weg, den der Zeremonien, der Wasserqualitäten, der Anbaugebiete, des persönlichen Geschmackes. Aber ist es nicht erstrebenswert beizutragen etwas mehr Teekultur zu etablieren, denn mal ehrlich, mit – einfachen Teebeuteln empfiehlt es sich nicht unbedingt Gäste zu empfangen – und schon gar keine aus Fernost.

Elke Bauer, c  Claus Uhlendorf

Elke Bauer - Eigentlich bin ich so ziemlich seit Geburt mit großer Hingabe in den Bereichen Text, Konzeption und Gestaltung, mächtig am ...

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